LTU wird nun doch ein Billigflieger
Wie das Anlegermagazin Börse Online berichtet, hadert das LTU Management mit der Ausrichtung seines Geschäftsmodells als Billigflieger. Die Düsseldorfer hätten hartnäckig versucht, sich vom Billigflug-Trend abzusetzen. Doch nun knicken sie ein.
'Die Aldisierung ist offenbar nicht aufzuhalten', sagte LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach im Interview mit der Financial Times Deutschland. 'Wir haben zwar immer das hohe Lied der Qualität gesungen, doch das wird vom Verbraucher nicht goutiert.' Seit wenigen Wochen wirbt die Gesellschaft auch mit Kampfpreisen: Kurzstreckenflüge etwa nach Athen, Palma oder aufs spanische Festland werden ab 28 Euro angeboten. 'Das ist mein ganz persönlicher Spaß', so Marbach.
Denn Wettbewerber Condor liegt ein Euro darüber. Doch der LTU-Chef gesteht auch 'Die Maßnahme ist aus der Not geboren.' Denn zuvor sei das Einzelplatzgeschäft, bei dem die Charterflieger die Tickets direkt an den Endkunden verkaufen, nur auf Vorjahresniveau gelaufen. Damit lagen die Zahlen unter Plan, da die Kapazitäten aufgestockt worden waren. Gut ein Drittel der Flugplätze werden direkt vermarktet, den Rest vertreibt die LTU über Reiseveranstalter. Zwar hat die LTU auch vorher schon Flüge zu günstigen Preisen etwa ab 39 Euro in ihren Tarifsystemen angeboten, das jedoch im Gegensatz zur Konkurrenz nicht aktiv beworben. 'Wir waren da wohl zu vornehm', so Marbach. Das sei die Strategie der Markenpflege gewesen. 'Aber wir werden das Thema Produkt und Qualität nicht aufgeben und nicht wie alle anderen nur noch den Preis in den Vordergrund stellen', so Marbach.
Nachricht vom 10.05.2005
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