Servicepauschale: Billigflieger ziehen nicht nach

In den nächsten Monaten werden in Deutschland nach und nach 22 Fluggesellschaften auf ihre Ticketpreise saftige Aufschläge erheben - euphemistisch getarnt als Servicepauschale. Europas Billigflieger schließen sich dem Trend nicht an.

Frankfurt - "Wir machen da nicht mit", sagte der Sprecher des Verbands europäischer Billigflieger (ELFAA) am Montag. "Eine solche Pauschale deckt sich nicht mit dem Geschäftsmodell der Billigflieger. Servicekosten gibt es innerhalb des Verbands nur bei Hapag Lloyd Express. Die Reisebüros, die HLX-Tickets verkaufen, nehmen 7,50 Euro", sagte Euler.

In Deutschland wird das Fliegen in den nächsten Monaten deutlich teurer: Dann würden 22 Fluggesellschaften die so genannte Servicepauschale einführen, hatte die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf einen Lufthansa-Sprecher berichtet. Gleichzeitig streichen sie die Provisionen für Reisebüros. Bei der Lufthansa und sechs anderen Fluggesellschaften soll die Gebühr ab 1. September erhoben werden. Sie wurde bereits vor wenigen Wochen vom Kartellamt genehmigt.

Bei der Lufthansa beträgt die Pauschale 30 Euro für Inlands- und Europaflüge sowie 45 Euro für ein Langstreckenticket. Diese Summe wird beim Ticketdirektkauf, das heißt sowohl am Flughafenschalter als auch per Internet-Buchung fällig. Laut dem Zeitungsbericht heißt es bei der Lufthansa, die Pauschale sei nötig, um die Kosten zu decken, die im Rahmen des Ticketverkaufs für Technik, Material und Personal entstehen. Allerdings werden die Lufthansa und andere Fluglinien in Zukunft zusätzlich noch eine Gebühr von 8 bis 15 Euro erheben, wenn der Passagier sein elektronisches Ticket in Papierform haben möchte.

Auch im Reisebüro wird dem Bericht zufolge die Pauschale fällig sein, zusätzlich werden die Vermittler wohl ein eigenes Entgelt für ihre Dienstleistung in Rechnung stellen. Die durch den Wegfall der Provisionszahlung an die Reisebüros eingesparten Summen sollen jedoch nicht an die Fluggäste weitergegeben werden. Die Lufthansa wird laut "Welt am Sonntag" dadurch rund 100 Millionen Euro pro Jahr einsparen.

Zu den beteiligten Fluggesellschaften gehören dem Bericht zufolge unter anderem Air France, Alitalia, British Airways, Iberia, Swiss, Delta und United.


Quelle: Spiegel Online

Nachricht vom 16.08.2004

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