Wirtschaftsfaktor Billigflieger: Köln/Bonn profitiert von Billigfliegern

Gleich der erste Monat, in dem mit Germanwings und Hapag-Lloyd Express beide neuen Low-Cost-Carrier in Köln/Bonn am Start waren, hat für einen gewaltigen Schub gesorgt., teilte die Flughafen Köln/Bonn GmbH mit.

Auch die Deutsche BA, die bereits länger Köln/Bonn anfliegt, habe mit einem Passagier-Plus von 40 Prozent davon profitiert. Mittlerweile nutze jeder zweite Reisende auf dem Flughafen einen der drei Billigflieger.

"Low-Cost-Geschäft für Region ein Segen" Uni-Studie errechnet Vorteile für regionale Wirtschaft Wertschöpfung steigt um 772 Millionen Euro

Jetzt ist es "amtlich": Das neue Geschäftsfeld der Low-Cost-Airlines am Köln Bonn Airport lohnt sich für die gesamte Region. An der strategischen Neuausrichtung des Flughafens hängen knapp 14.300 Arbeitsplätze in der Region. Damit verbunden ist eine Erhöhung der regionalen Wertschöpfung um 772 Millionen Euro und der Einkommen in der Region um rund 400 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Institut für Verkehrswissenschaft an der Universität Köln im Auftrag des Flughafens sowie der Industrie- und Handelskammern Köln und Bonn/Rhein-Sieg erstellt hat. Damit wurden erstmals die regionalwirtschaftlichen Auswirkungen des Low-Cost-Marktes wissenschaftlich untersucht - natürlich am Beispiel des deutschen Marktführers, dem Köln Bonn Airport.

"Die Region profitiert in erheblichem Maße von unserem dichten Low-Cost-Netz. Wir sind nun endlich in der Lage, die positiven Wirkungen detailliert darzustellen. Es ist eine weitere Bestätigung für unsere neue strategische Ausrichtung", sagte Michael Garvens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH.

"Die Unternehmen der Region Köln/Bonn haben einen einmaligen Standortvorteil durch die Low-Cost-Carrier auf dem Köln-Bonner Flughafen. Fast 150 Millionen Euro Einsparpotenzial sind gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten ein echter Wettbewerbsvorteil. Das LCC-Segment bietet aber auch die Chance, vom sehnlichst erwarteten Konjunkturaufschwung besonders profitieren zu können, weil die Unternehmen aus der Region dank der billigen und zahlreichen Flugverbindungen ihre Neukunden-Akquise und die Kundenbetreuung kostengünstig intensivieren können", kommentierte der Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, Dr. Herbert Ferger, die Ergebnisse der Studie.

"Das neue Geschäftsmodell des Flughafens zeigt Wirkung", stellt auch der Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Michael Swoboda, fest. "Die heimische Wirtschaft kann die Kunden- und Lieferantenbeziehungen bei verringerten Kosten stärker ausbauen. Das sichert Arbeitsplätze. Das schafft Umsatz und Einkommen. Das neue Geschäftsmodell ist für die Region Bonn ein Segen. Deshalb bitte so weitermachen", ermuntert Swoboda.

Grundlage der Studie sind unter anderem eine Befragung von etwa 1.000 Low-Cost-Passagieren sowie eine schriftliche Befragung von 360 regionalen Unternehmen. Untersucht wurden drei Wirkungskomponenten: Kaufkrafteffekte, Standortwirkungen sowie die Auswirkungen auf Wertschöpfung und Beschäftigung.

Die Ausgaben von Touristen und Geschäftsleuten, die die Region Köln/Bonn besuchen und das Low-Cost-Angebot zur Anreise genutzt haben, führen zu zusätzlichen Einnahmen in der Region Köln/Bonn in Höhe von 21,7 Mio. Euro. Diese Erlöse wären ohne das Low-Cost-Angebot nicht realisiert worden und stellen damit einen Kaufkraftzufluss dar. Die Ausgaben, die Low-Cost-Passagiere aus der Region am jeweiligen Zielort tätigen, in Höhe von 33,3 Millionen Euro sind dagegen zu rechnen. Damit ergibt sich derzeit zwar ein Kaufkraftabfluss in Höhe von 11,6 Millionen Euro, aber der Flughafen verzeichnet bereits erste Erfolge, mehr Gäste aus dem Ausland nach Köln Bonn zu holen. Mit EasyJet, Air Polonia und Air Baltic wird sich das momentane Verhältnis von 80 Prozent Outgoing- zu 20 Prozent Incoming-Passagieren zunehmend verbessern.

Die Auswirkungen auf Wertschöpfung und Beschäftigung lassen sich zum einen am Flughafen bemessen. Hier entstehen direkte Effekte durch den zusätzlichen Verkehr bei Airlines, der Flughafengesellschaft und anderen am Airport angesiedelten Unternehmen. Hinzu kommen indirekte Effekte bei Vorleistungsunternehmen und Lieferanten. Die direkten und indirekten Beschäftigungswirkungen belaufen sich insgesamt auf 4.420 Jobs, die ein Einkommen von 123 Millionen Euro generieren und zu einer Wertschöpfung von 239 Millionen Euro führen.

Daneben entstehen wirtschaftliche Vorteile für regionale Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung. Diese Vorteile schlagen sich einerseits nieder in Kostensenkungen durch günstigere Reisepreise und Einsparungen bei der Arbeitszeit sowie andererseits in Absatzsteigerungen infolge des verbesserten Luftverkehrsangebotes. Durch die Kosteneinsparungen und die Umsatzsteigerungen der Unternehmen ergeben sich ein Beschäftigungswirkungen in der Region von etwa 10.000 Beschäftigten. Die Steigerung der regionalen Wertschöpfung liegt bei 539 Millionen Euro und die der regionalen Einkommen bei 278 Millionen Euro.

Drei Viertel der Unternehmen und damit die große Mehrheit gibt an, dass das Low-Cost-Angebot am Köln Bonn Airport für den eigenen Unternehmensstandort eine hohe Bedeutung bzw. einen positiven Begleiteffekt hat. Interessant ist auch, dass fast alle regionalen Unternehmen, die Flugreisen unternehmen, auch Low-Cost fliegen. Auch die fiskalischen Wirkungen haben eine erhebliche Größenordnung. Die durchschnittlichen Steuermehreinnahmen von Bund, Land und Gemeinden infolge der Wertschöpfungseffekte des Low-Cost-Marktes belaufen sich auf 167 Millionen Euro.

Quelle: IHK Köln

Download der Studie

Nachricht vom 16.08.2004

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