Billigflieger kurbeln Tourismus an
Schönefeld wächst am schnellsten / Kaufkraft Berlins steigt um 170 Millionen Euro
Die Ansiedlung von Billigfluggesellschaften, insbesondere der britischen Low-Cost-Airline Easyjet, am Flughafen Schönefeld kurbelt die Berliner Tourismuswirtschaft an. Mit der Verdoppelung der Passagierzahlen um 1,7 Millionen in diesem Jahr auf 3,4 Millionen Fluggäste fließen nach Angaben der Flughafen Berlin Schönefeld GmbH (FBS) knapp 170 Millionen Euro neue Kaufkraft in die Stadt. Das entspricht einem täglichen Geldfluss von 465 000 Euro. Geld, das der Hotellerie, dem Einzelhandel, Restaurants und der Kultur zugute kommt.
"Damit geht ein beträchtlicher Teil des gegenwärtigen Tourismus-Booms auf das Konto der neuen Fluglinien in Schönefeld", sagte FBS-Chef Dieter Johannsen-Roth gestern. Berlin-Schönefeld sei der derzeit am schnellsten wachsende Verkehrsflughafen Deutschlands. Von Januar bis Juli 2004 betrug das Passagierwachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 94 Prozent. Der von der FBS errechnete Kaufkraftzufluss in dreistelliger Millionenhöhe basiert auf für 2004 prognostizierten 425 000 neuen Berlin-Besuchern, die via Schönefeld in die Stadt kommen, durchschnittlich 2,2 Tage in Berlin verbringen und täglich 181,30 Euro ausgeben - statistische Durchschnittswerte, die die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) im Jahr 2001 vorlegte.
Inzwischen gibt es nach Aussagen von BTM-Chef Hanns Peter Nerger auch eine gute Zusammenarbeit zwischen den Billigfluggesellschaften und der Marketinggesellschaft. Ursprüngliche Befürchtungen Nergers, mit der Ansiedlung der Billigfluglinien könnte es zu Einbrüchen auf dem innerdeutschen Tourismusmarkt kommen, haben sich offenbar nicht bewahrheitet. Mit 1,6 Millionen Berlin-Besuchern aus dem Inland in den ersten fünf Monaten dieses Jahres betrug das Wachstum im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum 13,9 Prozent. Mit 566 000 ausländischen Gästen liegt die Steigerung sogar bei 27,9 Prozent. "Der Tourismusboom ist nach wie vor ungebrochen", so Hanns Peter Nerger.
Quelle: Berliner Morgenpost
Nachricht vom 12.08.2004
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