Air Berlin & TUI - Hunold wird zum Sparfuchs
Nach den Zeiten der Expansion geht Air Berlin nun eine strategische (Spar-)Allianz mit der TUI ein. Nach den Zeiten der Expansion geht Air Berlin nun eine strategische (Spar-)Allianz mit der TUI ein. Wir erinnern uns: in der jüngsten Vergangenheit hatte Air Berlin noch dba, LTU und die Belair geschluckt.
Damals setzte Vorstandschef Joachim Hunold vor allem auf drei Dinge: Wachstum, Wachstum und Wachstum. Nun soll wieder gespart werden und man denkt sogar laut über den Verkauf des Langstreckengeschäfts LTU nach. Mit der TUI-Allianz gewinnt Air Berlin aber den Zugang zu den drei Märkten in Köln, Stuttgart und Italien und baut dafür sein europäisches und innerdeutsches Streckennetz aus. Die Flotte soll zunächst nicht auf 140 Flugzeuge aufgestockt werden, vorerst will man mit 128 Maschinen auskommen.
Im vergangenen Jahr machte Air Berlin trotz Umsatzplus ein Minus von 75 Millionen Euro. Airline Chef Hunold stellt sich zudem wegen der Wirtschaftskrise auf weniger Passagiere ein; um vier bis fünf Prozent könnten die Zahlen der Reisenden sinken. Auch die hohen Spritkosten machten der Airline Sorgen und verursachten unerwartete Mehrausgaben im Geschäftsjahr 2008.
Morgan Stanley senkt nun das Kursziel von 4,30 auf 4,10 Euro. Unsicherheit über den Cash Flow und den Erfolg der Akquisition von TUIfly seien der Grund, so die Analysten. Am vergangenen Wochenende hatte Air Berlin bekannt gegeben, dass Tui Travel mit 20 Prozent bei den Berlinern einsteigt. Im Gegenzug übernimmt Air Berlin 20 Prozent von Tuifly. Ferner steigt ein türkisches Familienunternehmen bei Air Berlin mit 18 Prozent ein.
"Die Familie Sabanci ist dafür bekannt, dass sie langfristig investiert", betonte Hunold. Für Air Berlin böten sich dadurch möglicherweise strategische Optionen. Hintergrund: dem türkischen Familienunternehmen gehören nämlich mit der Pegasus auch 15 Flugzeuge.
Bleibt die Frage, ob schnelles Wachstum eigentlich immer so richtig ist, wenn man dann keine Gewinne "einfliegen" kann. Aber nun ist ja Sabanci mit an Board und der setzt bekannter Weise auf Langfristigkeit. In kurzer Zeit machte Hunold nämlich aus Air Berlin die neue:
"Air Berlin-dba-LTU-Belair-Pegasus-TUIfly-20-Prozent-Airline". Hoffen wir, dass mit den aktuellen Sparmaßnahmen der Kurs (entgegen Morgan Stanley) wieder nach oben geht. Dass Hunold flexibel handeln kann, hat er jedenfalls schon bewiesen. Nun wird aus dem Expansionsfuchs auch noch der neue deutsche Sparfuchs, wer hätte das noch vor einem Jahr gedacht.
Nachricht vom 04.04.2009
Weitere Nachrichten
Germanwings: Stuttgart-Rijeka ab Juli 2012
Airberlin: Berlin-Budapest ab Februar 2012
AirAsia Japan: Billigflieger startet Flugbetrieb im Sommer 2012
Ryanair: Leipzig/ Halle-Trapani im Sommer 2012
Austrian Airlines: Wien-Barcelona wird aufgestockt
Mit Helvetic nach Lamezia Terme - Italien
Mit Jet2.com ab März nach Edinburgh
Neu: Orenair ab Düsseldorf nach Russland









