Berliner Hauptbahnhof: Weiterhin Sturm-Turbulenzen

Der gläserne Bahn-Prachtbau in Berlin-Mitte wird zum Tränenpalast: zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage musste die Deutsche Bahn ihr Prestigeobjekt, den Berliner Hauptbahnhof, nach einer Sturmwarnung der Stärke 8 schließen. Mehr als 1000 Reisende befanden sich am Sonntag in dem Gebäude, als die Räumung des Bahnhofs veranlasst wurde.

Nachdem zwei tonnenschwere Stahlträger in der Nacht zu Freitag vom Orkan "Kyrill" aus der Verankerung gehoben wurden, arbeitet die Bahn derzeit mit Hochdruck daran, die Konstruktion zu sichern und zu verschweißen - dies war zuvor nicht geschehen.

Wie Regalbretter lagen die Stahlträger auf den kleinen Verstrebungen, mit einem Sturm wie "Kyrill" hatte bei der Konstruktion offenbar niemand gerechnet. Verständnis für die erneute Sperrung des Bahnhofes mochten die Reisenden nicht aufbringen. "Wir wurden einfach gebeten, rauszugehen. Mehr haben wir nicht erfahren", beklagte sich eine Kölnerin, die zurück nach Hause fahren wollte.

Zwar wird Windstärke 8 bei stürmischem Wind ausgerufen, diese Wetterbedingungen seien für Berlin jedoch nicht ungewöhnlich, wie Karin Ahrens-Liepert vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam dem Nachrichtenmagazin Focus mitteilte. Ein bis zwei Tage im Monat treten solche Windböen auf, bei denen große Bäume bewegt und Fensterläden geöffnet werden, Zweige von Bäumen brechen und das Gehen merklich schwer fällt.

Nachricht vom 22.01.2007

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